Paris 2025

Am 13.12.2025 ist in Paris eine 4,5 km lange Seilbahn in Betrieb gegangen. Von den ersten Planungen und der Öffentlichkeitsbeteiligung bis zur Eröffnung: keine 10 Jahre!
Die Seilbahn der Île-de-France vervollständigt das Verkehrsangebot des Netzes im Süden von Paris . Die « C1 » verbindet die Städte Villeneuve-Saint-Georges, Limeil-Brévannes und Valenton mit der Metro 8 Créteil – Pointe du Lac.
Kurze Fakten
- Länge: 4,5 km
- 5 Stationen
- Fahrzeit 18 Minuten
(verkürzt von 40 Minuten im Straßenverkehr) - 30 Sekunden zwischen zwei Gondeln
- 10 Sitzplätze pro Gondel
- Barrierefrei
- voraussichtlich 11.000 Passagiere / Tag
- Kosten: 138 Mio. €
Planungszeiten und Bau
- 2016 — Vorstellung erster Studien
- 2018 — Beginn der kontinuierlichen Öffentlichkeitsbeteiligung
- 2019 — öffentliche Anhörung
- 2021 — Auftragsvergabe für den Bau, Design-Build-Maintenance des C1
- 2023 — Beginn der Infrastrukturarbeiten: Bau der Seilbahn, der Stationen und ihrer Einrichtungen
- 2025 — Probelauf im September, Eröffnung am 13. Dezember 2025
Weitere Informationen auf: Kabel C1 – Créteil — Villeneuve-Saint-Georges | Île-de-France Mobilités
Köln. Rheinpendel und Ost-West-Achse
Die kurze Bauzeit, überschaubare Kosten, Zeitersparnis und Taktverdichtung der neuen Seilbahn in Paris haben die Ideen zum Rheinpendel (Stadt Köln) und die Beschlüsse zur Kölner Ost-West-Achse (Verkehrswende Köln, Stadt Köln/KVB) noch einmal in Erinnerung gerufen.
2021 veröffentlichte die Wähler:innengruppe GUT ihre Idee Rheinpendel – eine Vision für den Kölner Nahverkehr. Das Konzept hat eine etwas andere Zielsetzung und deutlich mehr Stationen wie Seilbahnlinie C1 in Paris. Daher nicht 1‑zu‑1 übertragbar, aber das Beispiel aus Paris zeigt, was auch praktisch — innerhalb sehr kurzer Zeit — umsetzbar ist, wenn ausreichend Wille und Kompetenzen vorhanden wären.
Aktueller Stand zum Rheinpendel in Köln: im September 2023 wurde die technische Machbarkeit gutachterlich bestätigt. In einem Paris-Tempo könnte das Pendel in ein paar Jahren ausschlagen (theoretisch). Nur sind wir leider in Köln…
Seilbahnen auf der Ost-West-Achse
Könnte eine Seilbahn nicht auch eine Lösung für die Ost-West-Achse sein? Ehr nicht, da es keine durchgängige Verbindung, bzw. keine direkte Anbindung an die Stadtbahn gibt. Aber eine Idee, die nicht nur “oben bleiben” denkt, sondern auch noch “hochgelegt”, ist ja nicht ganz abwegig.
Berlin, Hamburg oder Wien haben Hochbahnen. Taktzeiten von 4 Minuten, keine Konflikte mit dem Individualverkehr (MIV, Rad‑, Fußverkehr) und in vielen Teilen sind es auch noch architektonische Schmuckstücke.
Im Rahmen der Diskussion um die Ost-West-Achse habe ich 2018 die Idee einer Hochbahn eingebracht — die Resonanz war damals schon ablehnend.
Ost-West-Achse hochlegen
Der Zug ist wahrscheinlich abgefahren und die Zeichen stehen im Moment auf ein Milliarden-Tunnel-Grab. Es ist zu befürchten, dass sich die Beton-Fraktionen durchsetzen. Aber die Nachrichten aus Paris nehme ich jetzt nochmal zum Anlass, eine alte Idee aufzuwärmen: Eine Hochbahn auf der Ost-West-Achse.
Schaut nach Berlin, Wien, Hamburg… was für tolle Stahlkonstruktionen möglich sind, welch’ ansprechenden Stationen früher gebaut wurden, in Berlin wird eine überdachte Radstrecke unter der Hochbahn entwickelt. Weitere (mögliche) Benefits: die gebeutelte regionale Industrie liefert nachhaltigen/CO2-neutralen Stahl (Arbeitsplätze), die Ausfachung findet mit nachwachsenden Rohstoffen statt (Holz statt Beton), und noch ein paar weitere nette Dinge ließen sich rundherum entwickeln.
Hier ein paar skizzenhafte Ideen meines Vorschlags von 2018.
Okay, ich hör’ jetzt auf, spinnerte Ideen in den Raum zu werfen.
Wir sind ja in Köln.







